Die Geschichte der Seuchen

Wie haben die Menschen der vergangenen Jahrhunderte die Welt mitsamt der Seuchen, Hungersnöte und Kriege erlebt? Warum sagen wir noch heute „Das stinkt wie die Pest“? Und was hat der liebe Augustin damit zu tun?

In Ihrem Podcast versucht Kerstin Dautel diesen Fragen auf den Grund zu gehen und den längst Verstorbenen sowie Vergessenen eine Stimme zu geben. Eine Stimme, die uns vielleicht verdeutlicht, wie tief verankert die Seuchengeschichte in unserem kulturellen Gedächtnis ist.

Tränen des Vaterlandes

(Andreas Gryphius, 1636)

Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret!
Der frechen Völker Schar, die rasende Posaun
Das vom Blut fette Schwert, die donnernde Karthaun
Hat aller Schweiß, und Fleiß, und Vorrat aufgezehret.

Die Türme stehn in Glut, die Kirch‘ ist umgekehret.
Das Rathaus liegt im Graus, die Starken sind zerhaun,
Die Jungfern sind geschänd’t, und wo wir hin nur schaun
Ist Feuer, Pest, und Tod, der Herz und Geist durchfähret.

Hier durch die Schanz und Stadt rinnt allzeit frisches Blut.
Dreimal sind schon sechs Jahr, als unser Ströme Flut
Von Leichen fast verstopft, sich langsam fort gedrungen.

Doch schweig ich noch von dem, was ärger als der Tod,
Was grimmer denn die Pest, und Glut und Hungersnot,
Daß auch der Seelen Schatz so vielen abgezwungen.

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